Elektromobilität in Schleswig-Holstein

so lautete die Überschrift zum 10.09.2020 in Flensburg. Das BNUR (Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume) und der Klimapakt Flensburg e.V. hatten an den Sitz der Stadtwerke Flensburg eingeladen.

In Zeiten der Corona-Beschränkungen ist solch eine Veranstaltung natürlich nicht leicht zu organisieren, aber mit Masken und Abstandsregeln funktionierte es sehrt gut.

Es war eine echte Wohltat, sich mal wieder live, Angesicht zu Angesicht auszutauschen und wir haben uns mit einem Stand unseres Elektromobilität Nord e.V. gerne beteiligt.

Energie-Staatssekretär Jens Goldschmidt mit unserem 2. Vorsitzenden Reinhard Schmidt-Moser

Am Vormittag gab es einige sehr interessante Vorträge und eine aktiv genutzte Podiumsdiskussion. Danach auf dem Außengelände der Stadtwerke eine Ausstellung mit Probefahrten von e-Bikes und Elektroautos.

Von den Stadtwerken Flensburg berichtete Kai Hüttmann über die Herausforderungen der Elektromobilität für die Netze. Mit Planung- und Simulationstools werden dort die Auswirkungen berechnet. Als Beispiel diente ein neues Baugebiet mit 150 Einheiten, das über nur einen Trafo versorgt wird. Alte Gebiete sind in der Regel mit zwei Trafos versorgt und daher unproblematisch. Alle Häuser haben in einem Zukunfts-Scenario je ein Elektrofahrzeug, welches mit 3,6 kW geladen wird. Im Worstcase, einem Gleichzeitigkeitsfaktor von 1, kommt es zu einer Überlastung. Dieser Faktor ist aber unrealistisch. Alle bisherigen Untersuchungen gehen von Gleichzeitigkeitsfaktoren von 0,4, im ungünstigsten Fall von 0,6 aus. In diesen Bereichen ist die Belastung der Netze absolut unkritisch.

Jürgen Meereis von der IPP ESN Power Engineering GmbH beleuchtete die rasante Entwicklung in der Ladetechnik. Kritikpunkt war hier vor allem die Art, wie wir mit dem Ausbau der AC Ladeinfrastruktur umgehen. Es wird oft mit der Gießkanne ohne Bedarfsprüfung eine Säule aufgestellt, obwohl kein Bedarf ist. Hauptsache diese wurde gefördert. Er favorisiert den gezielten effektiven Aufbau von Ladeinfrastruktur, ähnlich der Niederlande. Kauft sich ein Bürger ein Elektroauto und benötigt öffentliche Infrastruktur, wendet er sich an die Stadtwerke und diese sorgt dafür, dass es innerhalb von vier Wochen eine Lademöglichkeit gibt. So kann ganz leicht das Henne-Ei-Problem ausgehebelt werden.

Tesla gefällt auch dem Staatssekretär

Energie-Staatssekretär Tobias Goldschmidt berichtete über die erfolgreichen Förderungen in Schleswig-Holstein. Die Förderung privater Ladestationen war innerhalb kürzester Zeit mit 800 Wallboxen ausgebucht. Auf Grund des Erfolges wird aber an einer Neuauflage geplant, die dieses Jahr noch kurzfristig folgen soll. Auch für die Kommunen stehen noch Fördergelder für AC und DC Infrastruktur Bereit. Unter www.emobilität.sh wird über den aktuellen Stand in Schleswig-Holstein informiert. Stolz war er über den ersten Platz Schleswig-Holsteins in der Zulassungsstatistik bei BEV. Mit 8,7% Anteil waren wir bundesweit auf Platz 1.
Zum Abschluss dann ein aus unserer Sich ganz starkes Statement:
Es gibt keine Alternative im PKW zum BEV.
Wasserstoff wird zwingend in der Industrie benötigt und wir müssen im Rahmen der Energiewende immer die Effizienz im Auge behalten.

Auch in der anschließenden Podiumsdiskussion wurde dies deutlich. In den Städten ist der Punkt Verkehrsvermeidung und Umstieg auf das Fahrrad und ÖPNV klar zu favorisieren. Beim PKW wird kurzfristig der Kipppunkt erreicht sein, dass sich das Batterie-Elektrische Fahrzeug (BEV) klar gegen den Verbrennungsmotor durchsetzt.

Auf dem Außengelände konnten anschließend BEV und E-Bikes Probe gefahren werden. Es wurde natürlich wieder fleißig diskutiert und gefachsimpelt. Durch den Termin unter der Woche und Corona bedingt, gab es keinen großen Besucherandrang. Die anwesenden Besucher waren aber sehr interessiert und hatten viele Fragen zu unseren Fahrzeugen und unseren Erfahrungen.

Unser Stand in Flensburg

Insgesamt war es ein gelungener Tag und wir konnten an unserem Stand mit dem Staatssekretär Tobias Golschmidt noch einige Punkte tiefer diskutieren. Mit erleichterten Rahmenbedingungen wird der Elektromobilitätstag im nächsten Jahr wieder stattfinden und wir sind gerne wieder dabei.

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